25.11.02
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Rückkehr


Warum ich lieber fortgeblieben wäre...

Ich erinnere mich, wie es damals war, mit dem bockigen Gequängel, wenn man als Kind nicht bekam, was man wollte. "Mutti ich wollte doch die Puppe mit den schwarzen Haaren und dem dunkelroten Kleid!" Mutti dagegen war der Meinung, daß die blonde Puppe mit dem regenbogenfarbenen Blüschen und der dunkelblauen Hose besser geeignet sei, schließlich war diese für ausgiebige Badesessions besser geeignet als die andere, die unter jeder Menge Tüll einen wattegefüllten Stoffkörper verbarg.
Heute schmunzelt man belustigt und weiß, daß Mutti durchaus eine clevere Frau ist....hatte man doch überall die blonde Schönheit dabei, auch in der Badewanne.

In der Schule schließlich setzte man sich von Jahr zu Jahr höhere Ziele. Jedesmal bei Rückgabe der Klassenarbeiten platzte einem fast der Kopf, so aufgeregt und ängstlich schlug das Herz. Natürlich waren die Herzattacken manchmal gerechtfertigt und der erboste Vortrag des Vaters ließ nicht lange auf sich warten. Dennoch meisterte man 13 Klassen ohne Probleme und war schließlich stolz auf ein Zweierabitur. Heute fragt man sich von Zeit zu Zeit, wie man damals die verschiedensten Hobbies, Parties und nervige Lehrer verkraftet hat, ohne der kollektiven Leck-Arsch-Phase in die gierigen Griffel zu fallen.

Plötzlich änderte sich das Leben. Der Auszug wurde gemeistert, man fängt in einer anderen Stadt ganz von vorne an....die Ziele immer vor Augen. Man lernte neue Leute kennen und war glücklich nach schon drei Semestern erkannt zu haben, daß man Mathe mit mittlerweile über 20 auch nicht mehr begreift und den geisteswissenschaftlichen Weg eingeschlagen hat. Doch plötzlich sitzen einem die Ziele im Rücken. Man hat drei Semester verschwendet und sollte schnellstens die verlorene Zeit aufholen, doch ist Motivation Mangelware und die Klauen der Leck-Arsch-Phase schlagen einem hemmungslos die Krallen in die Flanken.

Beziehungstechnisch ist man ja nun auch nicht grade ein Kind der Glückseeligkeit. Der erste war ein Schwein, der Zweite die große Liebe des Lebens und danach......?! Man verliebt sich hin und wieder, verbringt einige Monate mit dem gerade Angesagten und dann.....na ihr wißt schon.....die Krallen...... Durchaus ist man in der Lage nur seinen Spaß zu haben, mit anständiger Regelmäßigkeit, aber das kann doch nicht alles sein. Melancholisch erinnert man sich an den einen, den den man mittlerweile seit einer trostlosen Ewigkeit nicht mehr gesehen hat. Heute schmunzelt man über die Zeit, weiß man doch, daß man damals wirklich glücklich war. Auch das Wissen, daß es nicht hätte halten können vertreibt jedoch das Gefühl nicht, seine große Liebe gehen gelassen zu haben. Herje, war man damals noch romantisch verklärt, ist man heute so unglaublich wählerisch geworden. Vermutlich würde man selbst die blonde Puppe mit dem wasserfesten Körper aussuchen.....die ist eben zwecksmäßig, robust und trotzdem eine Hübsche. Vorbei die Zeit in der man nach dem Bauchgefühl entscheidet. Gelitten hat man schließlich genug.

Irgendwann kommt man zu dem Punkt sich damit zu befassen, wie man die ungepflegten Krallen der Leck-Arsch-Phase erfolgreich für sich nutzen, sie zurechtpfeilen kann. Man fragt sich, wie man sich früher erfolgreich diesen Fängen entzogen hat. Die Antwort: gute Freunde.
Die von früher sieht man nur noch selten, doch kreuzen sich die Wege immer zur richtigen Zeit. Dennoch stellt man fest, daß man sich viel zu weit entfernt hat, zu verschiedene Wege gegangen ist....der Lauf der Zeit.
Dann ist da ein Mensch, ein Freund, der ist einfach nur da und auf einmal verwandeln sich die gierigen Krallen in liebevolle Hände, die Trost spenden, Wunden heilen und neuen Mut geben. Das Ziel verläßt plötzlich seinen angestammten Huckepackplatz und erscheint wieder klar und deutlich vor Augen.

Man fühlt sich wie in einem fernen Land, sieht wieder mit den naiven, fröhlichen Augen eines Kindes und läßt das Bauchkribbeln zu. Was kostet die Welt und jeder Traum ist greifbar. Es wäre Zeit die Magisterarbeit zu schreiben.....nunja, bleiben wir realistisch.
Es ist einfach toll endlich das neue Leben zu leben, wie man es vor hatte.
Dann die Enttäuschung. Der Mensch verschwindet sang- und klanglos, hat sich mit keinem Wort verabschiedet. Ahnungslos was geschehen ist, kehrt man an den Ausgangspunkt zurück ohne es zu wollen. Das Kartenhaus welches man in den letzten Monaten mühevoll aufgetürmt hat, fällt in sich zusammen. Man kämpft energisch dagegen an, doch wird das Ziel vor Augen unklar, hängt schon wieder schmerzhaft, mit vollem Gewicht an den Schultern und die Klauen fahren langsam ihre Krallen aus...

Zitat der Woche
 
Freundschaft. Es schlägt alles.
Auch die Liebe.
Freundschaft ist größer.
Weil es beides ist.

(Michel Birbæk)

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Fußball - Saison 2011/2012
 
2. Bundesliga - 12. Spieltag

1. SpVgg Greuther Fürth 29
2. Eintracht Frankfurt 28
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3. Fortuna Düsseldorf 28
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4. FC St. Pauli 25
5. SC Paderborn 07 22
6. Eintracht Braunschweig 19
7. 1. FC Union Berlin 18
8. FC Energie Cottbus 17
9. TSV 1860 München 16
10. SG Dynamo Dresden 14
11. FC Erzgebirge Aue 14
12. FSV Frankfurt 11
13. VfL Bochum 11
14. MSV Duisburg 9
15. F.C. Hansa Rostock 9
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16. Karlsruher SC 9
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17. Alemannia Aachen 8
18. FC Ingolstadt 04 8

Nächstes Spiel:
1. FC Union Berlin - FC St. Pauli

Fr. 28.10.11, 18:00 Uhr
 

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